TREFFEN/Domstadt wurde zu Entenhausen. Zahlreiche 2CV-Fans versammelten
sich mit ihren Mobilen vor dem APX.
von Doris Gerland
XANTEN. Der kleine Citroen ist nicht nur ein einfacher PKW. Er ist
ein Bastelauto, ein Reiseauto, ein originelles Auto und nicht zuletzt auch
noch eine Lebenseinstellung. Am Wochenende trafen sich zahlreiche 2CV-Besitzer
vor dem Xantener APX zum traditionellen "Ententreffen", organisiert vom
Citroen-Club-Rhein-Ruhr (CCRR). Schon das Schild am Eingang des großen
Campingplatzes machte den Besucher gleich klar, wo sie gelandet waren:
in "Entenhausen". Über 210 Citroens parkten am Wochenende auf der
Wiese, fast ausschliesslich Enten. Die 600 Entenfans waren aus ganz Deutschland
und den Niederlanden angereist, um gemeinsam das 30-jährige Bestehen
des CCRR zu feiern und ausserdem am alljährlichen Pfingsttreffen teilzunehmen.
"Mit sovielen Besuchern haben wir nicht gerechnet", freute sich der CCRR-Vorsitzende
Sven Hanck-Müller. Im Laufe des Samstag rollten die meisten Citroens
auf den Platz. Darunter echte Schmuckstücke, mit Alpen-Panorama bemalt,
voller weisser Punkte, mit Kuhfleckenmuster. Und natürlich immer ein
bisschen umgebaut. "Schraubergespräche" nennt Dietmar Wolf das, was
die Entenbesitzer am liebsten abends am gemütlichen Lagerfeuer führen.
"Da wird dann jedes Gewinde analysiert, das man irgendwann mal neu eingesetzt
hat." Der Vorteil der Ente sei eben, dass nur das Gestell fest montiert
sei. Ansonsten ist der Phantasie eines Bastlers keine Grenze gesetzt
(Ausser
dem TÜV, Anmerkung der Düssel Ducks). Die Ente als Cabrio,
als Mini-Van, als Lieferwagen oder mit Panoramafenster. Auch viele selbstgebaute
Camping-Anhänger standen auf dem Platz, angeglichen an das typische
Design der Ente. Die Teilnehmer des CCRR-Treffens kürten am Sonntagnachmittag
den schönsten selbstgemachten Anhänger und belohnten den Besitzer
mit einer Autozug-Freifahrt nach Italien. "Bunt gemischt", so Dietmar Wolf,
seien die Entenbesitzer. "Da ist der Bankchef genauso dabei wie die alte
Dame oder eine alternative Familie", sagt er. Und genau das wissen die
zahlreichen Entenclub-Mitglieder zu schätzen. "Da trifft man immer
interessierte Leute." Zum Beispiel Manfred aus aus Bremerhaven. Der hat
mit seiner Ente "Difty" schon unzählige Kilometer zurückgelegt.
Erst vor ein paar Jahren ist er zum zweiten Mal mit dem Auto in 80 Tagen
um die Welt gefahren, nur einmal hat der Motor versagt und musste schliesslich
ausgewechselt werden. "Mit einer Ente zu fahren, bedeutet zu reisen." Erst
mit gemütlichen hundert Stundenkilometern könne man Gegenden
richtig kennen und lieben lernen. "Die Ente ist Originalität und Freiheit
gleichzeitig", ergänzt Dietmar Wolf. Am Sonntag boten die über
210 Citroens ein imposantes Bild in Xanten und Umgebung: Im Konvoi waren
sie zur "sanften Tour" an Nord- und Südsee entlang aufgebrochen, über
Marienbaum und Labbeck ging es zurück. Zwischendurch gab es noch eine
kleine Aufgabe zu bewältigen: Beim Warndreieck-Wettaufbau zeigte sich,
wer für evtentuelle Pannen am besten gerüstet ist. Anschliessend
feierten alle Teilnehmer mit einer Kaffeetafel den Geburtstag des Clubs.
Nächstes Jahr wir der Citroen-Club Rhein-Ruhr das 20-jährige
Welttreffen-Jubiläum in Xanten feiern.